H-Lys(Z)-OBzl·HCl mit der CAS-Nummer 6366-70-7 ist ein doppelt geschütztes L-Lysin-Derivat, auch bekannt als Nα-Benzyloxycarbonyl-L-lysinbenzylesterhydrochlorid. Seine Summenformel lautet C₂₄H₂₉ClN₂O₄ und sein Molekulargewicht beträgt 445,0 g/mol. Es verfügt über zwei orthogonale Schutzgruppen: Z (Benzyloxycarbonyl) zum Schutz der α-Aminogruppe und OBzl (Benzylester) zum Schutz der Carboxylgruppe, wodurch die L-Konfiguration von Lysin erhalten bleibt. Diese einzigartige Schutzstrategie sorgt für selektive Reaktivität und macht es zu einem unverzichtbaren Baustein in der Peptidsynthese, der pharmazeutischen Forschung und der organischen Synthese.
Physikalisch gesehen handelt es sich um ein weißes bis cremefarbenes kristallines Pulver oder einen körnigen Feststoff. Es hat einen Schmelzpunkt von etwa 178-182℃ und ist in polaren organischen Lösungsmitteln wie Methanol, Ethanol und Dimethylformamid löslich, während es in Wasser leicht löslich und in unpolaren Lösungsmitteln unlöslich ist. Es ist optisch aktiv mit einer spezifischen Drehung [α]²⁰/D von +12,0° bis +16,0° (in Methanol, c=1). Es weist eine geringe Hygroskopizität auf und bleibt bei ordnungsgemäßer Lagerung bei normaler Temperatur und normalem Druck stabil, was eine einfache Handhabung, Lagerung und Formulierung in Festphasen- und Lösungsphasen-Peptidsyntheseprozessen erleichtert.
Chemisch gesehen sind die orthogonalen Schutzgruppen sein Kernmerkmal. Die Z-Gruppe ist unter katalytischer Hydrierung oder milden sauren Bedingungen abspaltbar, während die OBzl-Gruppe auch unter katalytischer Hydrierung abspaltbar ist, was eine schrittweise Entschützung während des Peptidkettenaufbaus ermöglicht. Dies gewährleistet die Integrität des Peptidrückgrats und vermeidet unerwünschte Nebenreaktionen. Die Hydrochloridsalzform erhöht seine Löslichkeit in polaren Lösungsmitteln und verbessert seine Stabilität, wodurch es mit Standardprotokollen für die Peptidsynthese kompatibel ist.
Seine Hauptanwendung liegt in der Peptidsynthese und dient als Schlüsselzwischenprodukt für den Aufbau lysinhaltiger Peptide. Es wird häufig bei der Synthese therapeutischer Peptide, Peptidhormone, Enzyminhibitoren und Proteinfragmente verwendet. Der doppelte Schutz gewährleistet eine hohe Reinheit und strukturelle Integrität des endgültigen Peptidprodukts und reduziert Nebenreaktionen wie Racemisierung und Vernetzung.
Darüber hinaus wird es in der pharmazeutischen Forschung als Vorstufe für die Synthese von Lysin-basierten Arzneimitteln und in der organischen Synthese zur Herstellung chiraler Verbindungen verwendet. Was die Sicherheit betrifft, gilt es bei normaler Handhabung allgemein als sicher und kann bei direktem Kontakt zu leichten Reizungen führen. Es sollte in einer verschlossenen, kühlen, trockenen und dunklen Umgebung bei 2–8 °C gelagert werden, fern von Oxidationsmitteln, Feuchtigkeit und hohen Temperaturen, um eine Zersetzung zu verhindern. Aufgrund seiner hervorragenden Schutzleistung und Biokompatibilität ist es ein wichtiger Rohstoff in der Peptidchemie und pharmazeutischen Entwicklung.