Orotsäure mit der CAS-Nummer 65-86-1 ist eine natürlich vorkommende Pyrimidincarbonsäure, auch bekannt als Vitamin B13 oder 2,4-Dihydroxypyrimidin-5-carbonsäure. Seine Summenformel lautet C₅H₄N₂O₄ und sein Molekulargewicht beträgt 156,10 g/mol. Als essentielles Zwischenprodukt der Pyrimidin-Biosynthese spielt es eine entscheidende Rolle bei der Bildung von Nukleinsäuren (DNA und RNA) und wird häufig in den Forschungsbereichen Pharmazeutika, Lebensmittelernährung, Tierfutter und Biochemie eingesetzt.
Physikalisch gesehen erscheint Orotsäure als weißes bis cremefarbenes kristallines Pulver oder nadelartige Kristalle. Es hat einen Schmelzpunkt von etwa 345-350℃ (Zersetzung) und ist in kaltem Wasser leicht löslich, in heißem Wasser besser löslich und in Ethanol leicht löslich, während es in unpolaren Lösungsmitteln unlöslich ist. Es ist geruchs- und geschmacksneutral, hat eine geringe Hygroskopizität und eine gute Stabilität bei normaler Temperatur und normalem Druck bei ordnungsgemäßer Lagerung, was eine einfache Handhabung, Lagerung und Formulierung erleichtert.
Chemisch gesehen enthält es einen Pyrimidinring, zwei Hydroxylgruppen und eine Carboxylgruppe – wichtige funktionelle Gruppen, die seine biologischen und chemischen Eigenschaften bestimmen. Es ist eine schwache Säure und kann mit Metallionen (wie Zink, Magnesium) Salze bilden, um die Löslichkeit und Bioverfügbarkeit zu verbessern. Als wichtiges Zwischenprodukt im Pyrimidinstoffwechsel ist es an der Synthese von Uridinmonophosphat (UMP) beteiligt, das außerdem an der Bildung anderer Pyrimidinnukleotide beteiligt ist und das Zellwachstum und die Replikation unterstützt.
Seine Kernanwendungen decken mehrere Bereiche ab. In der Pharmaindustrie dient es als Rohstoff für die Herstellung leberschützender Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente zur Behandlung von durch Pyrimidinmangel bedingten Krankheiten und trägt zur Verbesserung der Leberfunktion und zur Förderung der Nukleinsäuresynthese bei. In der Lebensmittelernährung wird es als funktioneller Lebensmittelzusatzstoff zur Steigerung des Nährwerts eingesetzt, insbesondere in Säuglingsanfangsnahrung und Gesundheitsprodukten.
In Tierfutter dient es als Futterzusatz zur Förderung des Tierwachstums, zur Verbesserung der Futterverwertungsrate und zur Stärkung der Immunfunktion. In der biochemischen Forschung wird es als biochemisches Reagenz zur Untersuchung des Pyrimidinstoffwechsels, der Nukleinsäuresynthese und der Zellproliferation verwendet. In Bezug auf die Sicherheit gilt es allgemein als sicher (GRAS), ungiftig und bei normaler Handhabung nicht reizend. Es sollte in einer verschlossenen, kühlen, trockenen und dunklen Umgebung gelagert werden, fern von Oxidationsmitteln, Feuchtigkeit und hohen Temperaturen, um eine Zersetzung zu verhindern. Mit seinen einzigartigen biologischen Funktionen und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten ist es ein wichtiger Rohstoff in der Pharma-, Ernährungs- und Life-Science-Forschung.